Someone please call 911
25 01 2010Kaum zu glauben…der Januar ist doch tatsaechlich fast auch schon wieder vorbei! …und wir somit inzwischen wieder ein paar Tage unterwegs 🙂
Wir hatten uns in D bereits ausgiebig im Inet schlau gemacht, was der Automarkt in Florida so her gibt, aber mussten vor Ort feststellen, dass das Inet auch vieles schoen malt/redet…die ersten Tage der Autosuche waren eher frustrierend…entweder gab es die Fahrzeuge beim Haendler nicht mehr oder sie waren kurzum Schrott!!! Gern genommen: Fahrzeug startet erst gar nicht mehr oder Motor laeuft nicht rund oder es ist eben einfach nur noch ein Haufen Blech auf vier zum Grossteil nicht mehr fahrbaren Reifen…ganz so schwierig hatten wir es uns nicht vorgestellt…aber dann kam Oscar und alles war wieder gut 🙂 Quasi love at first sight…und das erste Auto, das auf Anhieb startete und keine erkennbaren Maengel zeigte (Lackkratzer&co interessierten ja nun wirklich nicht)…nach ausgiebiger Probefahrt war die Entscheidung gefallen: dieser bildhuebsche dunkelblaue 1996 Chevy Tahoe 4×4 sollte unser neuer Weggefaehrte werden 🙂
Vertrag war fix geschrieben und weiter ging es zum Versicherungsbuero: nachdem uns etliche Foren im Inet weiss machen wollten, dass man ohne festen Wohnsitz in den USA (incl. Proof of Residency) kein Fahrzeug in USA kaufen, bzw. zulassen koenne, hatten wir Markus schon seelisch und moralisch darauf vorbereitet, dass er seinen „guten Namen“ (eigentlich ja „nur“ seine Adresse *g*) opfern duerfe und soweit geplant, dass wir mit Kurzzeitkennzeichen binnen 30 Tage unter Umstaenden nach New Hampshire fahren muessen…aber unser toller Autohaendler bewies uns das Gegenteil…sein einziger Kommentar zu unseren Zweifeln und Einwuerfen: „Was denkt Ihr, wie es die ganzen Illegalen hier in den Staaten machen?“ Hm…das klang dann doch irgendwie einleuchtend und so waren wir nach ca. 1 Stunde die stolzesten Besitzer ueberhaupt eines ’96 Chevy Tahoe inklusive Versicherung, short term license plate und saemtlichem Papierkram fuer unser normales Kennzeichen, das bis Anfang Februar zu unserem Autohaendler geschickt wird 🙂 🙂 🙂 …und so rollten wir stolz wie Bolle im Konvoi zu unserem Hotel 🙂
Leider waehrte die Freude ueber unser neues Familienmitglied nicht allzu lange 🙁 Am naechsten Tag stand ein Hotelwechsel an und erneut im Konvoi machten wir uns auf…Bora und ich in unserem Mietwagen, den wir noch bis zum naechsten Tag hatten und Micha in Oscar 🙂 …meine Blicke in den Rueckspiegel verhiessen irgendwie nichts gutes…Micha schien mit irgendetwas nicht zufrieden zu sein…“Oscar schaltet nicht mehr richtig“…damit mussten wir in eine Werkstatt, da half alles nichts! Bei AAA schauten wir nach einer „approved“ Werkstatt bei uns in der Naehe, wo wir uns soweit sicher sein konnten, in guten Haenden zu sein…wir also dort hin…die Fahrt war nicht wirklich toll und wir beide tierisch down, wussten ja nicht, was mit Oscar war 🙁 Marty, der Chef/Besitzer des ACE Auto Shops, legte uns nach einer kurzen Probefahrt nahe, nicht mehr mit Oscar zu fahren…er braeuchte noch einige Zeit, um sicher zu gehen, was es ist…Marty fuhr mich dann fix zu unserem Hotel, wo ich unser Mietauto, einen Ford Explorer, holte und Micha&Bora an der Werkstatt wieder abholte…am naechsten Morgen riefen wir bei Marty an: „the transmission needs to be re-built…you should have your car back by Saturday Morning“ Ja prima 🙁 Hotel erstmal bis Sonntag verlaengert, genauso unser Mietwagen und dann hoffen, dass es damit erledigt ist…Freitag Abend dann die Info von Marty, dass Oscar bis Samstag ca. 11:00 Uhr fertig waere…den Rechnungsbetrag gab’s auch gleich dazu: USD 2014,– Im Vergleich zu Deutschland ein wahres Schnaeppchen fuer einmal Getriebe neu zusammengebastelt…wir haetten trotzdem dankend darauf verzichten koennen…Marty meinte – vermutlich um uns ein wenig aufzuheitern – dass selbst ein Check in einer Werkstatt vor dem Kauf das nicht gezeigt haette…Schicksal eben…immerhin faehrt er sich jetzt noch besser und wir koennen uns sicher sein, dass das Getriebe in Ordnung ist und halten wird! *seufz*
Um mit Oscar bald dann auch on tour zu gehen…wir also die Möglichkeit haben, in Oscar zu schlafen und trotzdem unser ganzes Zeugs unter zu bekommen, bastelte Micha als nächstes ein huebsches Bett mit zwei grossen Schubladen in Oscar’s Back 🙂 Um alles Notwendige noch vollends einzukaufen, ging es fuer Bora einen Tag in die Doggie Day Care…wir hatten uns das chicste fuer die Kleine ausgesucht…wie wir sie am spaeten Nachmittag wieder abgeholt hatten, wurde uns gleich klar, dass Bora das voll sch… fand und sich dort leider auch gar nicht wohl gefuehlt hatte…das tat uns beiden furchtbar Leid, aber wir hatten es wenigstens geschafft, soweit alles zu besorgen, dass wir die naechsten 2-3 Tage nur noch zum ein- und umraeumen brauchten 🙂
Am 17.01. gab es vor dem Publix Supermarket in Tamarac eine kleine family reunion 🙂 Urlaubszeit fuer Jogi und Annette 🙂 Am naechsten Morgen machten wir zusammen Bora’s Lieblings-Dog-Park auf einen Kaffee unsicher, auf dass die beiden danach weiter Richtung Palm Beach aufbrachen…die beiden haben ja nur 2,5 Wochen Urlaub, da will die Zeit auch sinnvoll genutzt sein, nicht!? 😉 Uns hat es riesig gefreut…und bevor die beiden wieder zurueck nach D fliegen, werden wir uns irgendwo hier nochmal treffen 🙂
Tja…dann kam der Tag der Tage…auf den wir noch besser haetten verzichten koennen als auf die Sache mit Oscar’s Getriebe 🙁 Nachdem wir entschieden hatten, dass Oscar sich aufgrund des doch recht hohen Gewichts, was in seinem Heck nun Platz gefunden hat, neue Air Shox fuer die Hinterraeder verdient hat, besuchten wir Marty in seiner Werkstatt.
Am 22.01., nachdem wir die erste Nacht auf einem US-amerikanischen Campground verbracht hatten, hatten wir bei Marty einen Termin mit Oscar, um diese Air Shox einbauen zu lassen. Micha brachte Bora und mich zum Dog Park, wo wir uns gemeinsam die Sonne auf den Bauch scheinen liessen, waehrend Micha mit Oscar in die Werkstatt fuhr. Gute zwei Stunden spaeter kamen die beiden wieder…Oscar sah aus wie neu, also sein Bobbes quasi wieder auf der Hoehe, wie er urspruenglich mal war…bockstark…wir waren total zufrieden, so gut hatten wir uns das nicht vorgestellt 🙂 …und dann fuhren wir los…back to the campground…I-95 northbound kurz vor Exit 38…ein Unfall auf der ganz linken Spur…alle mussten bremsen…nur der verfluchte Drecksack in seinem riesigen weissen Zementmischer hinter uns sah das irgendwie nicht so…und fuhr uns zweimal hinten rein 🙁 Es tat zwei riesen Schlaege kurz hintereinander und dann war es mehr als offensichtlich: das linke hintere Fenster war kaputt und die Tueren an sich auch nicht mehr ganz so, wie sie urspruenglich mal waren…Micha gleich angehalten, Warnblinker an…von vorne kam schon einer angespurtet, drueckte Micha seine Visitenkarte in die Hand, von wegen er haette alles gesehen und koennte als Zeuge fungieren und der bloede Wi… in seinem Zementmischer winkte von oben nur ab, von wegen waere doch gar nichts passiert und fuhr einfach davon…wir in der Zwischenzeit auf dem Seitenstreifen, wo der Pannendienst schon hinter uns parkte und absicherte und von diesem daemlichen Sackgesicht war wirklich nichts mehr zu sehen. Micha konnte sich soweit das Kennzeichen merken und ich machte meinen ersten Anruf bei „911“…da gerade mal 20m von uns weg ein schlimmerer Unfall mit einem Mopedfahrer, der sich ohne Helm abgelegt hatte, war, dauerte es doch eine ganze Ecke, bis die Highway Patrol anrollte…zwischendurch kamen noch die Firefighter von dem anderen Unfall bei uns vorbei um zu sehen, dass sonst bei uns alles ok waere…und ausser weiche Knie und Mordsgedanken gegenueber eines nicht naeher bekannten Rastafaris am Steuer eines weissen Zementmischers, war auch alles in Ordnung…mir standen die Traenen in den Augen…mit Sveni von Deutschland nach Nepal und zurueck…das alles mit gerade mal ein paar Kratzer/Dellen im Lack, sonst nichts…und keinen Monat in den USA und unser Oscar kaputt gefahren 🙁 Der Fred von der Highway Patrol war leider auch keine grosse Hilfe/Beruhigung…bei einem ersten Versuch, das Fahrzeug anhand des Kennzeichens aus zu machen, ging daneben…die Chancen also, dass der Drecksack aufgrund fehlender Versicherung abgehauen ist und mit gefaktem Kennzeichen unterwegs war, stehen fast zu gut…in 10 Tagen bekommen wir den endgueltigen Polizeibericht…dann wird sich zeigen, ob wir die Reparaturkosten in Hoehe von ca. USD 1600,– plus Mietwagen fuer knapp eine Woche selbst zahlen muessen oder doch noch ein ganz klein wenig Glueck haben und sich das bloede Arschloch finden laesst und er/seine vielleicht vorhandene Versicherung die Kosten traegt…wir sind mit Oscar klar wieder zu Marty gefahren…der konnte es nicht glauben, als er Oscar sah und unsere Geschichte dazu dann noch hoerte…er hat uns zu seiner Nachbarwerkstatt gebracht, die auf Unfallreparaturen spezialisiert ist…gluecklicherweise sind es wirklich nur die Tueren, die komplett hinueber sind…sein muessen haette das aber nun wirklich nicht 🙁 🙁 🙁 Mit viel Glueck haben wir Oscar am Mittwoch Abend wieder mit rear doors like new…dann werden wir so schnell wie moeglich gen Sueden Richtung Keys duesen…und hoffen, dass in Zukunft unser Schutzengel bissel besser auf uns aufpasst *seufz*




